Biologie-Praktikumstag in der Universität Freiburg

Universitätstag in Freiburg

Am 27. September 2016 besuchten wir, sechs Schüler der Bio-Vierstünder-K2, die Universität Freiburg, um an einem Biologie-Praktikumstag extra für Schüler teilzunehmen. Um 9:30Uhr ging es auch schon los, das bedeutet mit anderen Worten um 5Uhr morgens aufstehen, um einen Flixbus zu erwischen, aber carpe diem – der Tag soll sich ja lohnen!

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Wir waren da! Zoé, Bianka, Rike, Annette, Lisa & Denise.

 

Als wir das richtige Gebäude gefunden hatten, gab es eine kurze Begrüßung, gefolgt von einer PowerPoint-Präsentation zur Wiederholung des Fundaments. Auf ein paar Folien wurde der Stoff der gesamten K1 zusammengefasst, was unser Wissen klein erscheinen ließ, dennoch erblickte ich nur glückliche Gesichter – noch kam jeder mit!

Aber weg von der Theorie und ab zur Praxis – nun wollten wir den Vorgang der Polymerase Chain Reaction, den wir in etlichen Schulstunden schon rauf- und runtergebetet hatten, endlich einmal anwenden: Für das Experiment lernten wir zunächst das Pipitieren, indem wir ein Primergemisch, dNTPs, taq-Polymerase, PCR-Puffer und eine DNA-Probe zusammen in ein Tube gaben. Dieses wurde daraufhin in die Zentrifuge und schließlich in den Thermocycler gesteckt, sodass es zu einer schnellen und effektiven DNA-Vervielfältigung kam. Es handelte sich bei diesem Versuch um verschiedene DNA-Proben, die teilweise Mutationen aufwiesen.

biotag2Natürlich stellt sich die Frage, wer denn nun DNA des glücklichen Wildtyps erwischt hatte. Dafür wendeten wir eine Gelelektrophorese an, die wir in der Theorie ebenfalls schon kannten und nun endlich einmal selbst machen konnten –Träume werden wahr! Nachdem wir Agarose in die Gerätschaft füllten und es abkühlen ließen, konnten wir Trennplättchen entfernen. Nun galt es die Taschen mit unseren Proben mithilfe der Pipette zu füllen. Das braucht eine ruhige Hand und etwas Übung, klappte aber erstaunlich gut, wenn  man sich konzentrierte (Vergleich: Angestrengter Blick auf dem Beweisfoto). Angeschlossen an den Strom fingen die Proben auch schon an zum Pluspol zu wandern und ließen Banden erscheinen, da unterschiedliche Größe unterschiedlich großen Widerstand im Gel hervorrufen (da dies ein Bericht sein soll, lassen wir den Theorie-Batzen lieber einmal außen vor). Hurra wir hatten ein Ergebnis, und ich einen mutierten Probanden!

Verständlicher Weise brauchen derartige Auswertungen einige Zeit, weswegen wir zwischendurch noch Theorie-Beiträgen der Veranstalter lauschten. Dort wurde uns noch einiges Neues erklärt, wie der Nachweis von mitochondrialen Proteinen mit Antikörpern, besonders das SDS-Page, das Verfahren Western-Blotting, der HIV-Test, der BSE-Test und die Mutationsanalyse eines Prion-Proteins.

Außerdem machten wir eine Mittagspause… Sowohl Schweinshaxe als auch Schnipo oder das vegetarische Menü der Uni-Mensa sind nur zu empfehlen!

Unser letztes Experiment war die Auswertung des Western-Blottings, das beim Theorieteil hergestellt wurde. Dafür lernten wir das Spülen des Streifens und Geduld.

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Schließlich endete die Veranstaltung und wir bekamen ein Zertifikat, sowie die Chance Fragen zu stellen, die wir auch nutzen. Daraufhin gingen die meisten, doch konnte man noch etwas bleiben, um einen Einblick in die Studienmöglichkeiten zu bekommen. Da das Interesse daran Teilgrund für unser Kommen war, hörten wir Herrn Dr. Brix gespannt zu und begleiteten ihn bei einer kurzen Führung durch das Bio-Chemie-Gebäude der Uni mit samt einigen Laboren, wo er und seine Kollegen arbeiten.

Danach traten wir mit unseren Heimweg an, wo auch schon unser Ergebnis der Gelelektrophorese kaputt ging – es blieb nur noch Schlonz (ja richtig: S-C-H-L-O-N-Z. Anders lässt es sich nicht beschreiben, wenn Agarose in der Tasche zermatscht).

Ich denke ich kann an dieser Stelle für alle von uns sprechen, wenn ich sage, dass wir trotz des sarkastischen Untertons in diesem Bericht sehr viel Spaß hatten und tatsächlich viel mitnahmen. Nein ich meine nicht den Schlonz, sondern viel mehr Erfahrungen und Eindrücke vom Arbeiten im Labor oder Einfach als Biologe bzw. Biochemiker. Dazu kommt, dass wir uns nun den behandelten Stoff in Biologie viel besser vorstellen können, da wir es selbst ausprobieren durften und sogar noch mehr dazu erfuhren. An dieser Stelle also ein ganz großes Dankeschön an die Universität Freiburg (besonders an Herrn Dr. Jan Brix und „Caro“), an unsere Biologielehrerinnen, Frau Schulz und Frau Terell und an die Schulleitung, die es uns ermöglicht haben einiges an diesem Tag zu lernen und genaue Vorstellungen gewinnen zu können, was es heißt später vielleicht einmal in der Forschung zu arbeiten.