8e des Friedrich-Hecker-Gymnasiums besucht die Radolfzeller Tafel – Einblicke in Engagement, Alltag und bewegende Momente

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Foto: Rehfeld (FHG)

Die Klasse 8e des FHG Radolfzell hat am vergangenen Freitag eine kurze, aber eindrucksvolle Exkursion zur Radolfzeller Tafel unternommen. Zu Fuß machte sich die Gruppe auf den Weg, um vor Ort zu erfahren, wie die Tafel arbeitet, wer dort einkauft – und wie viel ehrenamtliches Engagement hinter dem Angebot steckt.

Im Tafeladen wurden die Schülerinnen und Schüler von den Ehrenamtlichen Frau Hiltner und Herrn Kratt empfangen. In Gruppen führten sie die Jugendlichen durch Lager und Verkaufsraum und erklärten dabei die Geschichte der Tafeln in Deutschland sowie die Besonderheiten der Radolfzeller Einrichtung. Auch der Ablauf im Verkaufsraum, die Logistik der Belieferung und die Organisation der ehrenamtlichen Arbeit standen im Mittelpunkt.

Frau Hiltner betonte, wie schnell Menschen in eine Situation geraten können, in der sie auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind: „Eine chronische Krankheit oder der Verlust der Arbeit – manchmal geht es schneller, als man denkt.“ Gleichzeitig berichtete sie, dass viele Betroffene mehrere Jahre warten, bevor sie erstmals zur Tafel kommen. Die Scham sei groß.

In Radolfzell gebe es zwar dankenswerter Weise einige Privatpersonen, die regelmäßig Lebensmittel einkaufen und spenden – oft im Wert von 50 bis 100 Euro. Dennoch sei die Tafel weiterhin auf zusätzliche Unterstützung angewiesen, da nicht immer genug von allem für alle Einkaufenden vorhanden sei. Deshalb werde bei jedem Öffnungstag gelost: Die Kundinnen und Kunden betreten in Sechsergruppen nacheinander den Verkaufsraum, erklärte Hiltner.

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld eigene Fragen überlegt – von organisatorischen Details bis hin zu persönlichen Aspekten der Arbeit. Besonders eindrücklich war die Antwort auf die Frage nach einer der schönsten Erinnerungen. Herr Kratt erzählte von einer Situation kurz vor Weihnachten: Eine geflüchtete Familie mit zehn Kindern kam erstmals zur Tafel, doch das Angebot im Verkaufsraum war bereits weitgehend vergriffen. Gemeinsam mit einer Kollegin stellte er dennoch einen Lebensmittelkorb zusammen. Nach Weihnachten brachte die Familie selbstgebackenen Kuchen vorbei, um sich zu bedanken. „Das geht direkt hier hin“, sagte Kratt und legte die Hand auf sein Herz.

Die Klasse zeigte sich während des gesamten Besuchs aufmerksam und interessiert. Die Exkursion bot ihnen nicht nur Einblicke in die Abläufe der Tafel, sondern auch in die Bedeutung von Solidarität und ehrenamtlichem Engagement in ihrer eigenen Stadt.

Text: Rehfeld

 

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