Am Dienstag, den 10. März, besuchte die Klasse 9b von 10.30 bis 13.00 Uhr die Sonderausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus im Stadtmuseum Radolfzell, die noch bis zum 12. April ’26 dort zu sehen ist. Anlass war die GFS von Tom Lietzau, der sich intensiv mit der Geschichte von Radolfzell am Bodensee während der NS-Zeit beschäftigt hat. Im Rahmen seiner Präsentation übernahm er selbst die Rolle des Guides und führte seine Mitschülerinnen und Mitschüler durch die Ausstellung.
Mit großer Sachkenntnis erklärte Tom die historischen Hintergründe und ordnete zahlreiche Ausstellungsstücke ein – darunter Alltagsgegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus, die eindrucksvoll veranschaulichen, wie sehr politische Ideologie und gesellschaftliche Veränderungen in das Leben der Menschen eingriffen. Die Klasse verfolgte die Führung sichtlich beeindruckt von der Wissensfülle ihres Mitschülers. Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu, stellten Fragen, beteiligten sich an Gesprächen und brachten teilweise auch eigenes Wissen aus ihrer Familiengeschichte in die Diskussion ein.
Eine besondere Begleitung erhielt die Führung durch die Journalistin Alexandra Gerlach vom Deutschlandfunk. Sie arbeitet derzeit an einer Radiosendung über die NS-Zeit und deren Aufarbeitung in Radolfzell. Die von Tom gestaltete Schülerführung wird Teil dieses Radiobeitrags sein. Ausgestrahlt wird die Sendung am Samstag, den 21. März 2026, von 9.10 bis 10.00 Uhr im Deutschlandfunk.
Den Abschluss des Besuchs bildete ein gemeinsamer Gang zum Kriegerdenkmal auf dem Luisenplatz. Dort setzte sich die Klasse mit der Frage auseinander, wie ein angemessener Umgang mit Erinnerung aussehen kann und warum die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch heute noch notwendig ist. Die Diskussion machte deutlich, dass historische Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken über Verantwortung, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Werte anregt.