Vor zweihundert Jahren traf sich Franz Schubert mit seinen Freunden in Wien regelmäßig zu geselligen Abenden mit Musik, Lesungen, Tanz sowie Speis und Trank. In Anlehnung daran hatten die fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Musik-Leistungs- und Basiskurses mit Herrn Dierschke eine Schubertiade vorbereitet. Sie fand am 5. Mai im Musikraum statt.
Das Publikum wusste nicht so genau, was es zu erwarten hatte. Während schon vor Beginn mehrere Pianist:innen Schubert-Walzer übten, nahmen die Besucher allmählich Platz und wurden dann von einem Wanderlied überrascht – ein weiteres gab es danach für alle zum Mitsingen. Es ging schließlich um eine Wanderung durch Schuberts berühmten Liederzyklus „Die schöne Müllerin“. Vom LK wurden mehrere dieser Lieder instrumental (Klarinette, Tenorhorn, Baglama) zur Klavierbegleitung vorgespielt, erst danach wurde die Geschichte mit Puppen unterhaltsam erklärt. Zwischendurch traten jeweils zwei von Schuberts besten Freunden auf und erinnerten sich an die schöne gemeinsame Zeit mit ihrem viel zu früh verstorbenen Franz.
Zurück zum Liederzyklus: Der Auftritt des Jägers als Rivale des verliebten Müllerburschen wurde getrommelt und gerappt, alles nach Schuberts Originalrhythmen. Als die desolate Lage des Müllers zu flapsig kommentiert wurde, regte sich Protest im Publikum. „Zufällig“ konnte der vorlaute Kollege das ergreifende Lied „Trockne Blumen“ selbst vorsingen, zu dem dann der LK analytische Zitate von Musikwissenschaftlern vortrug. Als das manchem zu abstrakt wurde, setzen sich die Musikanten durch und spielten im Tutti das Finale „Des Baches Wiegenlied“ auf Flöten, Klarinette, Posaune, Klavier, Xylofonen und Glockenspiel.
So traurig wollte man dann doch nicht aufhören, also gab es als Zugabe noch einen vergnüglichen Kontretanz von Schuberts großem Vorbild Beethoven. Womit wohl niemand gerechnet hatte: Nun war wieder das Publikum gefordert und lernte in kürzester Zeit die passenden Tanzschritte und Drehungen. Das gab viel Gesprächsstoff beim gemütlichen Ausklang mit Knabbereien und Getränken.
Text: Heiko Dierschke
Plakat: Lena Guduscheit
Fotos: Andreas Köbele