Besuch des Theaterstücks „Zehner“

Theaterbesuch
Foto: Krug (FHG)

Eine Woche vor dem Theaterbesuch am 21.04.26 nahm unsere Klasse an einem Workshop teil, der im Bezug zum Theaterstück „Zehner“ von Fayer Koch als Vorbereitung stattfand. Der Workshop wurde von einem Theaterpedagogen des Theater Konstanz ausgeführt und hat uns vor allem in das Thema des Stücks „Demokratiebildung“ eingeführt.

Beginn war nach der ersten Pause in unserem Klassenzimmer: Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde uns erklärt, dass das Stück vor allem von Jugendlichen und ihrer Beziehung zur Politik handelt.

Außerdem haben wir erfahren, dass auch Jugendliche unter anderem in unserem Alter, beim Verfassen des ganzen Stücks über ein Jahr lang mitgewirkt haben. Danach wurden uns einige Entscheidungsfragen gestellt, bei denen jeder Schüler seiner eigenen Meinung folgen sollte. Dabei ging es hauptsächlich darum, ob man seine politischen Ziele in verschiedenen Situationen mit oder ohne Gewalt durchsetzen würde. Unser Stimmungsbild war ziemlich gleichmäßig auf die Pro- und Kontraseiten verteilt.

Anschließend haben wir als Klasse zusammen vorne an der Tafel eine Stoffsammlung zur Frage „Was dürfen Schüler der achten Klasse selbst entscheiden und was nicht?“ erstellt. Daraus wurde dann der Punkt „Schulbeginn“ ausgewählt, an dem Schüler normalerweise nichts ändern können.

Doch was passiert, wenn wir als Schüler beschließen doch etwas daran zu ändern? Was passiert, wenn wir auch mitreden wollen? Als Beispiel dafür wurde dann in kleinen Gruppen die Durchsetzung

eines späteren Schulbeginns besprochen. Dabei mussten wir uns zwei verschiedene Durchsetzungsmöglichkeiten (Plan A und Plan B) ausdenken: Plan B muss möglich sein, falls Plan A nicht funktioniert. In der Nachbesprechung mit den Plänen von allen Gruppen ist besonders aufgefallen, dass Plan A meistens ohne Gewalt und somit vergleichbar mit Verhandlungen oder Gesprächen war. Doch im Gegensatz dazu war Plan B oft mit Gewalt verbunden, wie z.B. ein Streik oder sogar eine Entführung um dem Meinungsgegner auch die Konsequenzen seines Handelns zu zeigen und um seine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Zum Abschluss wurde erneut gefragt, wie man sich nach dem Neugelernten und den gemeinsamen Besprechungen gegenüber politischen Problemen verhält und wie man seine Ziele verfolgen würde.

Und tatsächlich hatten sich die Meinungen einzelner Schüler geändert. Außerdem haben wir uns dann noch in den letzten Minuten den ersten Teil des Theaterstücks in Textform angesehen und bemerkt, dass manche Sätze sehr zerstückelt klangen und einige Stellen wie Regieanweisungen wirkten. Aber nach der Beschreibung unseres Workshopleiters erhält der Text durch diese Merkmale und die Ausstrahlung der Schauspieler auf der Bühne wieder eine ganz andere, moderne und besondere Wirkung.

Eine Woche später sind wir von Radolfzell dann mit dem Zug in Richtung Konstanz ins Theaterstück „Zehner“ aufgebrochen. Nach der Ankunft am Bahnhof haben wir auf dem Weg eine kurze Vesperpause am See eingelegt um dann den Rest zum zu Fuß zu gehen. Kurz danach sind wir schließlich im Theater angekommen und haben auch schon unsere Sitzplätze direkt über dem Parkett gefunden. Als fast alle Plätze mit Schulklassen belegt waren und es im Saal ruhiger wurde und sich die Lichter verdunkelten, ging dann endlich auch die Vorstellung los:

Die vier Freunde AC, Jansi, Dario und Naila wollen vom Zehnmeterturm im Strandbad Wallhausen springen. Doch wegen Haushaltskürzungen (zu wenig Geld) ist der Turm geschlossen und sie können erstmal nicht springen. Und dann erfahren sie auch noch, dass das Geld, das für den Betrieb des Turms benötigt wird in ein neues Kaufhaus gesteckt werden soll. Das wollen sich die Freunde nichtgefallen lassen und sie beschließen sich gegen die Haushaltskürzungen einzusetzen, um das Geld für den Sprungturm zurück zu gewinnen. Aber wie? Bisher haben sie sich kaum mit solchen Sachen, also Politik beschäftigt. Doch jetzt wird ihnen klar, dass es sie auch etwas angeht und, dass sie eine Möglichkeit zum Mitbestimmen haben wollen. Durch ACs Engagement lassen sich die Freunde schließlich ermutigen selbst einzugreifen.

Aus der Idee den Sprungturm wieder zugänglich zu machen, entwickeln sich verschiedene Pläne: Zuerst sammeln sie gemeinsam Unterschriften, dann treffen sich Jansi, Dario und Neila mit dem Bürgermeister und sie veröffentlichen Videos, in denen sie ihre Meinung verbreiten. Doch als das alles keine Wirkung zeigt und nichts passiert trotz des Versprechens des Bürgermeisters sich für den Sprungturm einzusetzen, entscheidet AC sich für Gewalt um endlich genug Aufmerksamkeit zu erregen. Also zündet sie den Rohbau des neuen Kaufhauses an, das auf Kosten des Sprungturms entsteht und durch das Feuer stark beschädigt wird .Bei der Nutzung von Gewalt sind sich die Freunde aber nicht einig und es kommt zu einem Streit, denn nicht alle wollen ihr Ziel so durchsetzen. Trotzdem gehen die vier Freunde am Ende wieder gemeinsam auf eine Demo, denn sie haben erkannt, dass sie trotz verschiedener Ansichten auf Gewalt immer noch das gleiche Ziel verfolgen und zusammen für ihre Meinung kämpfen.

Nach der fast zweistündigen, gut gelungenen Aufführung und einer kurzen Pause sind wir noch einmal mit ein paar weiteren Klassen zur Nachbesprechung auf dem Parkett zusammengekommen.

Die Zeit wurde für die Fragen der Schüler zu beispielsweise dem Stück, den Schauspielern, der Technik und dem Theater generell genutzt. Diese Fragen und auch Bemerkungen wurden dann von den Schauspielern und einer Dame vom Theater beantwortet oder kommentiert.

Der Weg zurück zum Konstanzer Bahnhof wurde von einem kleinen Ausflug zur Eisdiele plus 20 Minuten Zeit zur freien Verfügung für uns unterbrochen. Am Bahnhof angekommen sind wir zur Mittagszeit schon wieder in Radolfzell ausgestiegen und haben uns gegenseitig verabschiedet.

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