„In Vielfalt vereint“ – dieser Gedanke der Europäischen Union hat unseren Besuch im Europäischen Parlament am Mittwoch, den 22. Juli 2026, ziemlich gut beschrieben. Wir waren Schülerinnen und Schüler aus zwei verschiedenen Schulen und zwei unterschiedlichen Leistungskursen: dem Politik-Leistungskurs des Friedrich-Hecker-Gymnasiums Radolfzell und dem Französisch-Leistungskurs des Nellenburgs Gymnasiums in Stockach. Gemeinsam hatten wir die Möglichkeit, Europa nicht nur im Unterricht zu besprechen, sondern selbst hautnah zu erleben.
Bei einem Planspiel im Europäischen Parlament konnten wir für zwei Stunden in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen und selbst erfahren, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene entstehen. Dabei ging es unter anderem um Richtlinien zum Klimawandel und um Datenschutz im Internet – Themen, die auch unseren Alltag direkt betreffen.
Während des Planspiels mussten wir verschiedene Positionen vertreten, Argumente austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Obwohl wir in Gruppen eingeteilt wurden, waren wir natürlich nicht immer einer Meinung. Und es wurde teilweise kontrovers diskutiert, und es war gar nicht so einfach, die eigenen Vorstellungen mit den Interessen der anderen zu verbinden. Am Ende musste trotzdem ein Kompromiss gefunden werden.
Dadurch wurde uns deutlich, dass politische Entscheidungen selten einfach sind.
Unterschiedliche Meinungen und Interessen müssen berücksichtigt werden, bevor eine gemeinsame Lösung entstehen kann. Bei uns waren das zum Beispiel die Interessen von Bürger:innen und Lobbyisten, die durchaus selten die gleichen sind. Gerade das hat uns gezeigt, wie wichtig Diskussion, Austausch und Kompromissbereitschaft in einer Demokratie sind.
Für uns war der Besuch eine spannende Erfahrung und eine gute Möglichkeit, die Europäische Union aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Wir haben erlebt, dass Europa von unterschiedlichen Menschen und Meinungen lebt und dass Zusammenarbeit manchmal herausfordernd, aber umso wichtiger ist.
Am Ende haben wir vor allem eines mitgenommen: Europa bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssen. Es bedeutet, trotz unterschiedlicher Hintergründe, Sprachen und Interessen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. In Vielfalt vereint.
Text und Fotos: Neigel (FHG)