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Kletterexkursion Stuhlfels Donautal

Am Freitag den 15.07.2022 trafen wir, das sind zehn Teilnehmer der Kletter-AG mit den AG-Leitern Hr. Walter und Hr. Scholze, uns um Viertel vor Acht morgens am Bahnhof in Radolfzell bei bestem Sommerwetter. Bepackt waren wir mit schweren Rucksäcken, welche die komplette Kletterausrüstung, reichlich Kalorien und viel zu Trinken enthielten. Einer der Teilnehmer (Name wird nicht veröffentlicht) hatte sogar ein Klappfahrrad dabei, das später am Tag noch einen guten Dienst leisten sollte. Mit dem Zug ging es zuerst nach Immendingen und dann mit der etwas verspäteten Donautalbahn nach Hausen im Tal. Nachdem wir dort angekommen waren gab es einen kurzen Fußmarsch (der Besitzer des Klapprades radelte die Strecke gemütlich), zuletzt steil den Hang hinauf zum Klettergebiet, dem Stuhlfels. Dort befindet sich neben dem Hauptklettersektor in der Ostwand des ca. 90 Meter hohen Felsens ein etwas niedrigerer Felsriegel mit einigen gut abgesicherten Routen in leichten bis mittleren Schwierigkeitsgraden. Nach einer Einweisung durch die AG-Leiter und einer Demonstration im Vorstiegsklettern und Sichern am Fels durften die Schülerinnen und Schüler in ihren Seilschaften ran. Es zeigte sich schnell, dass das Klettern am Naturfels einige Unterschiede zum Hallenklettern aufweist. So gibt es keine vorgegebenen und markierten Griffe, der Routenverlauf muss gelesen werden, Tritte sind oft klein und versteckt, Griffe müssen auf Festigkeit geprüft werden und man hat die Express- und Bandschlingen für die Absicherung der Route selbst mitzunehmen. Dazu kommt die durchaus vorhandene Steinschlaggefahr, weswegen die Helme die ganze Zeit über aufgesetzt blieben. „Was, das soll nur eine 4+ sein? Wie soll ich das denn machen?“ So oder ähnlich dachte sich ein mancher zu Anfang. Mit der Zeit gewöhnte man sich aber an die Gegebenheiten des Felsens, und immer mehr Routen wurden erfolgreich gemeistert. Zwischendurch war auch genug Zeit, die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Sei es mit Schokocroissants, Vesperbroten oder mediterranem Nudelsalat, hungrig klettert es sich nämlich nicht so gut. Nachdem wir schon gut zweieinhalb Stunden geklettert waren, konnten ein paar Mutige, die noch nicht genug hatten, eine längere Route im Hauptsektor klettern. Der Verlauf dieser Route war im oberen Teil nicht ganz leicht zu finden, und es gab hier mehrere kreative Lösungen, zu einer Seilumlenkung zu gelangen. Um ca. 13.45 Uhr war dann Zeit, alles Material wieder einzupacken und das Klettergebiet in Richtung Tal zu verlassen. Dass die Alb steil ins Donautal abfällt, wurde allen spätestens klar, als sich zuerst ein Rucksack und dann ein Helm selbstständig machten und, der Schwerkraft folgend, den Hang hinunter kullerten. Auf dem Abstiegsweg konnte sich dann auch Anna noch ein paarmal selbst von der Gültigkeit der Formel „Steilhang + Geröll auf dem Weg = Rutschgefahr“ überzeugen. Gott sei Dank ohne Blessuren! Unten angekommen folgte die ganze Gruppe dem Leitwolf auf dem Klappfahrrad zu einer Badestelle an der Donau. Hier konnte man sich noch richtig schön erfrischen oder den restlichen Nudelsalat verspeisen bzw. einfach nur kurz ausruhen. Kurz darauf warteten wir dann am Bahnhof Hausen auf den Zug, der leider wie schon am Morgen Verspätung hatte. Den Anschlusszug in Immendingen verpassten wir deshalb und hatten eine gute halbe Stunde Wartezeit. Jetzt erwies sich die Umsichtigkeit des Klappradbesitzers als lebensrettend, denn dieser machte sich mit seinem Gefährt auf den Weg und holte im nahen Supermarkt Eis für die ganze müde und von der Warterei etwas genervte Truppe. Als der Zug dann kam dauerte es nicht mehr lange, und wir erreichten Radolfzell. Geschafft, etwas stolz auf unsere Kletterleistungen und mit dem Gefühl, einen tollen Tag in netter Gesellschaft verbracht zu haben, blieb nur noch eins zu sagen: „Das müssen wir wieder einmal machen!“

 

Stephan Scholze