Geschichte am FHG

Wenn die Roten fragen,
Lebt der Hecker noch?,
Sollt ihr ihnen sagen,
Ja er lebet noch.
Er hängt an keinem Baume,
Er hängt an keinem Strick,
Sondern an dem Traume
Der Roten Republik!¹
(F. Hecker)

(¹  Im Jahr 1848 bedeutet „rote Republik“ parlamentarische Republik)

In einer Schule, die nach dem Freiheitskämpfer Friedrich Hecker (1811-1881) benannt ist, spielt das Fach Geschichte schon im eigenen Selbstverständnis eine hervorgehobene Rolle. Hecker war nicht nur ein für seine Zeit radikaler und entschiedener Verfechter der Demokratie, sondern auch ein Vertreter des Liberalismus, der nach seiner erzwungenen Flucht in die USA an der Seite Abraham Lincolns gegen Rassismus und Diskriminierung kämpfte.
 
Das Eintreten für Demokratie und die Toleranz ist somit auch das primäre Ziel des Geschichtsunterrichts am Hecker-Gymnasium. Dabei reicht die im Unterricht behandelte historische Bandbreite von der Isonomie Athens bis in die unmittelbare Gegenwart und die Frage, ob sich demokratische Modelle beispielsweise durch den Sturz von Diktatoren erzwingen lassen. Dabei geht es nicht nur darum, Schülerinnen und Schüler mit methodische Instrumentarien wie der Quellenkritik oder der historischen Urteilsbildung vertraut zu machen, sondern sie zu gesellschaftlicher Einmischung und politischem Engagement zu ermuntern.

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Neigungskurs Geschichte 2013/15

Dass dies immer wieder gelingt, zeigt ein Blick auf die letzten Jahre. So spielte das Hecker-Gymnasium eine eminente Rolle bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit Radolfzells und der Gedenkkultur in der Stadt. Zudem hat die Schule im Rahmen der Initiative Stolpersteine die Patenschaft für den Gedenkstein an den Schreiner Ernst Ludwig Kreer übernommen, der nach einer Denunziation wegen Hörens von sog. „Feindsendern“ zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde.
Im Jahr 2012 sorgte ein mit dem Förderpreis ausgezeichneter Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema »Weiße Schrift auf blauem Grund – Wie Radolfzeller Straßennamen die Zeit überdauern« des damals 15-Jährigen Max Uhlemann für großes Aufsehen und heftigen Diskussionen in der Lokalpolitik.

Die historische Diskussion in der Schule wird auch immer wieder durch Besuche externer Experten und Zeitzeugen angefacht. Beispiele dafür sind der Besuch einer Wanderausstellung des Jüdischen Museums Berlin (2013) oder verschiedener Zeitzeugen zum Nationalsozialismus und zur DDR-Diktatur.

Besonders engen Kontakt pflegt das Fach Geschichte zur Fachschaft unserer Partnerschule, dem Kant-Gymnasium Leipzig, mit dem es regelmäßigen fachlichen und persönlichen Austausch gibt.