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Eine Zeitung braucht man doch höchstens, um sich Luft zuzufächeln! Oder?

FHG NEWS-AG zu Besuch beim Südkurier

Man stelle sich vor: Nachmittags im Bus. Zwei Männer sind auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Es ist heiß.

Der Eine hat eine Zeitung in der Hand und fächelt sich entspannt Luft zu.

Der andere sitzt am Smartphone und liest Südkurier online.

Im selben Bus sitzen Moritz und Silas vom Friedrich-Hecker-Gymnasium Radolfzell aus der News-AG und beobachten die Szenerie.

Moritz: „So eine Papierzeitung ist irgendwie schon praktisch.“

Silas: „Zum Luftzufächeln vielleicht, aber zum Lesen finde ich die digitale Version praktischer.“

Moritz: „Lass uns doch mal zum Südkurier gehen und schauen, was wirklich sinnvoller ist.“

Im Gegensatz zu der möglichen, aber erfundenen Begebenheit zu Beginn, fuhren wir am 05.05.2023 mit unserem News-AG Lehrer Herr Geisthardt tatsächlich nach Konstanz ins Südkurier Medienhaus, um der Frage nachzugehen, wo denn die Unterschiede zwischen der Print- (also der gedruckten) und der digitalen Version einer Zeitung sind und wie diese entstehen.

Freundlich empfangen wurden wir von Matthias Kiechle, dem Chief Digital Officer der Chefredaktion des Südkuriers (re) und Simone Ise (li), der Projektredakteurin in der Chefredaktion, die unter anderem das in Schule bekannte Projekt „Klasse!“ organisiert. Die beiden nahmen sich volle zwei Stunden für uns Zeit, um uns eine Spezialtour durch das Medienhaus zu bieten und alle unsere Fragen zu beantworten.

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Zuerst einmal schauten wir in der Lokalredaktion vorbei, denn irgendwo müssen ja auch die ganzen Artikel und Berichte herkommen, die so in der Zeitung stehen; ganz egal ob gedruckt oder online.

Hier zeigten uns Matthias und Simone, wie sich die Redaktion organisiert, um täglich Beiträge für den Lokalteil der Printzeitung zu produzieren.

Ein zentrales Element dafür ist ein Whiteboard auf dem alle Themen geordnet stehen. Mit Klebezetteln wird zugeordnet, welcher Redakteur für welchen Artikel verantwortlich ist und welche Themen in dieser und den nächsten drei Wochen abzudecken sind, wobei sich die Zeitung auch am Interesse ihrer Leser orientiert.

Im Gespräch mit der Redakteurin Aurelia erfuhren wir, wie vor allem die Zuteilung der Schreibaufgaben erfolgt und dass man als Journalist*in vor allem im Lokalbereich nicht nur per Telefon und Internet recherchiert, sondern tatsächlich auch viel mit den Menschen persönlich in Kontakt tritt. Gleich nach unserem Gespräch musste sie nämlich zu einem solchen Außentermin, für einen Artikel, der in der Woche darauf erscheinen sollte.

 

Hier erfuhren wir auch, dass der Begriff Redakteur eine geschützte Berufsbezeichnung ist, während sich eigentlich jeder Journalist nennen kann, der entsprechend tätig ist – also auch wir von der News-AG.

Damit der fertige Artikel dann in der Zeitung erscheint, muss er natürlich gedruckt werden.

Ok. zugegeben, so eine alte Setzmaschine aus dem 19. Jahrhundert, wie man sie hier auf dem Bild sieht, benötigt man dazu nicht mehr. Aber diese altertümliche Maschine ist dennoch beeindruckend und führt vor Augen, dass es schon sehr lange Zeitungen gibt.

 

 

Aber wenn wir schon von beeindruckend sprechen:

Das hier – auch wenn man ihr das nicht direkt ansehen kann – ist die hochmoderne Druckmaschine der Druckerei des Südkuriers. Sie kann 180.000 Zeitungsexemplare pro Stunde drucken.

 – Wow, damit könnte man sich wirklich sehr viel Luft zufächeln.

Aber um die Maschine zu warten, benötigt man tatsächlich auch heute noch allen bekannte Werkzeuge:

Und auch wenn die neue Druckmaschine des Südkurier ohne Wasser auskommt, Papier braucht sie dennoch – und zwar richtig viel.

Jede einzelne der Rollen hinter mir wiegt ca. 5t. Und dieser Teil des Papierlagerhauses reicht nicht einmal für einen Monat.

Moritz: „Das ist nun aber wirklich beeindruckend, Silas. Findest du nicht?“

Silas: „Mag schon sein, aber die digitale Welt hat auch ihre Vorteile. Denk mal an die ganzen Bäume, die man braucht, um dieses Papier herzustellen! Außerdem haben wir auch einen wichtigen Schritt bei der Herstellung einer Zeitung übersprungen: Ab in den Newsroom.“

Im Newsroom laufen nämlich alle Fäden zusammen. Es ist sozusagen der Produktionsraum für die virtuelle Version der Zeitung, erklärt uns Matthias. Hier landen alle Nachrichten, Berichte, Reportagen, Bilder etc. von Nachrichtenagenturen (wenn es um Überregionales geht) oder von den für den Südkurier arbeitenden Redakteuren oder freien Journalisten und werden dann Seite für Seite so zusammengesetzt, wie sie dann in den Druck gehen sollen.

Hier befindet sich auch das Dash-Board, auf dem die angestrebten Ziele und der aktuelle Stand auf dem Weg dahin festgehalten sind; ganz ohne Klebezettel und Whiteboard, dafür mit einem hochdigitalisierten Bildschirm, auf dem man beispielsweise sehen kann, wie viel Leute heute schon ihre Südkurierapp geöffnet und deren Inhalt gelesen haben oder wie viele Besucher die Online-Zeitung heute schon hatte.

Im Newsroom laufen aber nicht nur alle Artikel zusammen, sondern bei der Seitengestaltung werden auch die veröffentlichten Bilder bearbeitet. Hier zeigt uns Aldo Gora, wie exakt und detailreich man mit dem Computer Bilder bearbeiten und perfektionieren kann.

Die Artikel (mit den Bildern) können dann in der gedruckten Version oder digital als E-Paper erscheinen.

Doch die Zeitung muss noch aktueller und noch schneller sein, gleich nebenan befindet sich nämlich die Online-Redaktion, in der uns Tobias Kaiser und Katja Neitemeier zeigen, dass die Nachrichten nicht nur mit einem Klick des Redakteurs auf dem Smartphone des Lesers sind, sondern der Südkurier auch andere Kanäle (Facebook, LinkedIn, Twitter) nutzt, um seine Kunden mit Nachrichten zu versorgen und brandaktuell zu sein.

Bevor sie online gehen oder gedruckt werden, müssen aber alle Inhalte geprüft sein, denn Zeitungen wie der Südkurier legen Wert darauf, Ihre Leser nicht mit Fake-News oder Deep Fakes zu verwirren, sondern wollen sie mit Fakten versorgen, auf deren Grundlage sie sich eine eigene Meinung bilden können. Im Grunde steht der Begriff Zeitung also nicht nur für die gedruckte Ausgabe, mit der man sich Luft zufächeln kann, sondern eigentlich für die gesamte Produktion und Verteilung von verlässlichen Nachrichten.

Letztendlich ist es dann auch nicht so wichtig, ob man seine Zeitung auf Papier liest oder die SüdkurierApp bevorzugt. Das ist vor allem Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass es zuverlässige Nachrichten sind, informativ, aktuell und gut recherchiert.

Einen Unterschied gibt es aber doch. Das, was Ihr gerade gelesen und angeschaut habt, nennt man eine Visual Story – also eine Mischung aus Bericht und Reportage, in denen Bild und Text ineinandergreifen – und das gibt es eigentlich nur im Online-Format (haben wir von Matthias und Simone gelernt). Denn für einen Bericht in einer gedruckten Zeitung hätte unser Beitrag viel zu viele Bilder. Für eine Veröffentlichung auf einer Homepage kommt diese Form der Informationsvermittlung aber der Lesegewohnheit im Internet deutlich entgegen. Zumindest hoffen wir, dass Euch diese Form der Berichterstattung so gut gefallen hat wie uns die Erstellung dieses Beitrags.

Moritz Lenhart-Höß und Silas Klein (6d)

News-AG, FHG Radolfzell

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